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Die Historie der Volvo 700er-Serie

In den 80er Jahren wurden die Volvos noch eckiger, noch kantiger als sie es in den vorherigen Jahren ohnehin schon waren.

Im Februar 1982 stellte Volvo der Öffentlichkeit ein neues Modell vor: Den Volvo 760. Der Chefdesigner von Volvo Jan Wilsgaard war verantwortlich für die äußerst eckige, aber auch elegante und nicht unumstrittene Karosserieform.
In Skandinavien wurde dieses Modell spöttisch als "Container-Volvo", in den USA als "Swedish Brick" (schwedischer Ziegelstein) bezeichnet.
Trotzdem war die 700er-Baureihe ein recht erfolgreiches Modell, vor allem in Nordeuropa und den USA. In Deutschland war Volvo seit jeher eher eine Automarke für Individualisten, dem Massengeschmack hierzulande gefiel diese "eckige Kiste" nicht unbedingt.

B28E

Zunächst einmal war der Volvo 760 nur als Limousine mit dem so genannten EURO-V6-Motor (Volvo-Bezeichnung B28E; auch PRV genannt - eine Gemeinschaftsentwicklung von Peugeot, Renault und Volvo) mit 2,8l Hubraum, CI-Einspritzung und nun 156PS erhältlich. Dieses Modell bekam die Bezeichnung Volvo 760 GLE.

In dem darauf folgenden Jahr kamen weitere Modellvarianten hinzu. Zum einen der Volvo 760 GLE Turbo Diesel, der damals als die schnellste Seriendiesellimousine der Welt galt, mit einem turbogeladenen 2,4l-Reihensechszylindermotor von VW (Bezeichnung: D24T), der 115 PS leistete - zum anderen der Volvo 760 Turbo, der von einem 2,3l-Vierzylinderturbobenziner (B23ET) angetrieben wurde und den Wagen auf über 200 km/h beschleunigen konnte.

1984 kam dann der Volvo 740 auf den Markt, welcher von einem 2,3l-Vierzylinderbenzinmotor, der 114 PS leistete (B23), angetrieben wurde. Außerdem war er auch mit einem ca. 150 PS leistenden 2,3l-Turbomotor erhältlich, ebenso wie mit dem VW-6-Zylinder-Diesel (D24) ohne Turbolader, der auch schon in der 240er Reihe verbaut wurde und 82 PS leistete.
Der Volvo 740 war in Bezug auf Ausstattung und Motorisierung gesehen, der "kleinere" Bruder des 760ers und aufgrund seines günstigeren Preises weitaus verbreiteter. Äußerlich unterschied sich der 740 jedoch nur in Details vom 760, welcher sich z.B. mit mehr Chrom, einer edleren Innenausstattung, sowie serienmäßigen Alu-Felgen und allerlei elektrischem "Schnickschnack" präsentierte.

Der 700er-Kombi wurde dann 1985 vorgestellt, welcher in Deutschland weitaus beliebter war als die Limousine, vereinte dieser doch Volvo-typische Merkmale wie Sicherheit, Solidität und Langlebigkeit mit einem enorm großen Laderaum. In anderen Ländern ergab sich ein völlig anderes Bild, denn betrachtet man die Produktionszahlen, so erkennt man, dass fast doppelt so viele Limousinen wie Kombis produziert wurden! - Eine Tatsache, die anfangs nicht unbedingt logisch erscheint, aber es ist wohl ausschließlich ein deutsches Phänomen, dass die Marke Volvo oft mit "Kombi" gleichgesetzt wird.

Um dem ganzen noch ein Sahnehäubchen aufzusetzen, wurde -ebenfalls im Jahre 1985- der Volvo 780 dem Publikum präsentiert. Dieses von Bertone designte Coupe war nun das "wahre" Flaggschiff der 700-Reihe, es war der Nachfolger des "schrulligen" aber legendären Volvo 262 Bertone Coupes.
Der 780er basierte auf der Bodengruppe und der Technik des 760er und verwöhnte den Fahrer mit großem Luxus und Komfort. Leider war dieser auf dem deutschen Markt nicht erhältlich, da dieser hierzulande zu teuer geworden wäre und sich so kaum Käufer für dieses exklusive Automobil gefunden hätten. Natürlich war auch für diesen Volvo der Hauptabsatzmarkt jenseits des Atlantiks zu finden.

Zum Modelljahr 1988 ließ Volvo der 700er-Reihe ein kleines Facelifting angedeihen, Änderungen bei Technik, Motor und Interieur wurden umgesetzt. Ansonsten hielten sich die Modifikationen optisch und technisch während der gesamten Bauzeit von 1982-1992 aber in Grenzen.

1990 wurde dann die 900er-Famile, die Nachfolge-Reihe der 700er, vorgestellt, welche aber größtenteils immer noch auf ihrem Vorgänger aufbaute, nur die Ecken und Kanten wurden "glattgebügelt", was zu einer gefälligeren und eleganteren Linienführung führte. Die Front der "facegelifteten" 700er wurde übernommen.

Auch technisch änderte sich manches, z. B. wurde der von vielen geschmähte Euro-V6-Motor durch einen vollkommen neu entwickelten Reihensechszylinder im 960 GL, mit 3 Litern Hubraum und stattlichen 204 PS ersetzt.

Zum Modelljahr 1995 wurde der 960 nochmals etwas überarbeitet, die Motorenpallette wurde etwas ausgeweitet, die 940er behielten ihr Aussehen.

1996 bekamen die 960er eine neue Bezeichnung, Volvo S90 hieß fortan die Limousine, V90 der Kombi. Gegen Ende der 1990er Jahre endete dann die Ära der Bricks nach 16 Jahren Bauzeit. Die 900er bzw. S/V90er Serie lief, als vorerst letzter Vertreter der heckangetriebenen Volvos, zur Enttäuschung vieler Fans, aus.


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Letzte Änderung am: 06.06.2004

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